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Prekarität jenseits der Mindestsicherung

 
nun kann ich offen sagen, dass zumindest dieser beitrag von vor 1.5 jahren gefaked war. bin längst weg vom trendwerk und habe mir freilich inzwischen ohne eine solche einschubmethode was bessres gefunden, wenngleich nach wie vor schlecht bezahlt, doch würdiger.
tatsache war, man wollte mich in irgendso ein fischlager verstecken, um dort den exportpapiere-kram zu übernehmen. dies in einem industriegebiet irgendwo hinten im 2. hieb. es war ein anbot, das ich ablehnte. weitere tipps wo ich mich bewerben hätte sollen, wäre ein anwalt gewesen, der abends eine kraft gebraucht hätte, so bis 23 uhr. ich wies drauf hin, dass mir das privat äußerst unzuträglich wäre. ich bin mit einem blauen auge davon gekommen, zumal ich mich über sich-neu-einschreibende quasi drüberwarf und ihnen erzählte, wie und was dort echt abgeht. daher hat man mir 2 tage vor mitte des monats die kündigung seitens trendwerk freundlich überreicht und mir gesagt, die 2 urlaubstage möge ich bitte konsumieren. so geschwind war ich mein lebtag noch nicht aus einer firma draussen.

sobald ich frei hab fahr ich schwitzig durch die stadt, freue mich am vorletzten tropentag dieses jahres. ab freitag wird es schiach nämlich.
gestern, müde und (vom) amsand hab ich noch vergessen, etwas vom lauf des tages zu erzählen: eine jobdrehscheibe entspricht quasi einer JOBBÖRSE.
hier wird ein typ aus der wahren welt im trendwerk einem grüppchen an gestandenen kerlen vorgeführt: ich war deren einer. wir sitzen unsicher im raum und wissen echt nicht wie uns geschieht, was uns geschieht - ob wir etwa morgen schon deportiert werden, oder so etwas. der herr geht mit der fragwürdigen situation souverän um, und zwar mit einem weaner schmäh. naja, ich, der ich mich vom zahntechniker mit feinmotorik-irritation zum packlschupfer mit führerschein B zu entwickeln gedenke, sage JA zu kastenwagen. einfach so halt. bleibt mir eh nicht erspart, mal ein praktikum. und jedes mal wo ich den pc-raum verlasse ist nachher mein platz weg, das demotiviert: die gespräche sind heiter und gelöst im raum. nichtsdestotrotz bin ich froh, wenn es runter zur mittagspause geht: den hof find ich gut, aber der lift ist zu langsam. ich frage mich eines: gestern hieß es, neue pc's kommen! ja aber wohin! man wird sie auf die leeren tische stellen. das heisst, keine zeitungslesen mehr, nur noch kollektives pc gucken, telefonmodem auf tuchfühlung. hm. anders ausgedrückt, ich schleich mich ins praktikum. weil der druck kommt ja eh.
so geht heutmorgen alles ganz schnell. ich tanz an, unterschreib mich und fahr weiter zum herrn mit dem schmäh. ein paar andre von gestern waren auch schon dort. wenns mir nicht passt, bin ich montag wieder da. ich glaub es würde mir abgehen, das werk. vom echtworktag selber mag ich nicht viel sagen, über eine externe firma soll das hier nicht handeln, weil ich davon ausgehe, dass sich leser nur über sozi-ökonom. betriebe informieren wollen.

nach dem amsand treffen bin ich wie üblich glücklich aber übermüdet. ich muss sagen, seit meinem eintritt beim trendwerk hat sich viel neues im bekanntenkreis getan, auch viel unter früheren kumpels, an welche ich mich wieder ranwagte. es ist wirklich schön. der tagesablauf tut mir gut, einzig das wenige geld stört ein bissl.
täglich schleusen sie uns frischkräfte durch die tak-halle (die pc-halle). es ist klar, wenn soviel frischkraft eingeschleust wird, muss man die andren neunmonatigen rausschleusen. wie macht mans? mit den vielzitierten prekären praktika. prekär? du bist viel zu schnell vom praktikum im transit, weisst nicht wie dir gschieht und hast in all der hast nichtmal mehr die zeit, dir was richtiges zu suchen: DAS richtige für dich nämlich! so befürcht ichs, weil ich ein zauderer bin, ein unverbesserlicher.
aber ich mein es ist eine reine milchmädchenrechnung, es geht sich rein an plätzen in der tak-halle nimmer aus! es ist momentan nämlich nicht nur so, dass man sich die pc's teilt, das wurde hier eh schon diskutiert - nein es ist so, dass jetzt sehr bald schon die sessel fehlen, die SESSEL! ich meine, es wird jetzt sehr bald billige tickets für stehplätze in der tak halle geben, wie im burgtheater: Ich bekomme dieser tage vor augen geführt, was denn nun wirklich ein STEHGELD ist...
an beiden wänden der tak halle prangt ein zeitungsbericht über uns bedrohende ein-euro-jobs. hinzu sei gefügt, dass der geförderte lohn im transit konzeptmässig meines erachtens einem kombilohn entspricht. der kombilohn, welcher sich ja bekanntlich in österreich nicht durchsetzte.
soweit zum heutigen tag. mir redens zu amsand, wie einem kranken ochsen, dass ich die probezeit nützen soll um zu gehen. zu bleiben sei schier ein ökonomischer wahnsinn.

wtc
AS A REMEMBRANCE
OF THE THREE THOUSAND SOULS

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Leider muss ich es als notwendig erachten, darauf hinzuweisen, dass Einträge, welche schlicht auf die Beschimpfung arbeitssuchender Menschen und ihrer Schicksale abzielen, umgehend aus dem Gästebuch entfernt werden; das GÄSTEBUCH ist da, um weitere Erlebnisberichte Betroffener zu sammeln, bzw. Informationen, welche ich auf ist.twoday zusammentrage, zu ergänzen, respektive zu aktualisieren.

das wienwork ist in einem der wiener arbeitsämter innerhalb des gürtels untergebracht. es handelt sich um eine sozialökonomische einrichtung, in welche man renate sandte: jene frau, die mir vom abz berichtet hatte. die renate ist als rehabilitationspatient dahingekommen. prinzipiell handelt es sich um auslagerung aus dem ams, jedoch mit weiterführung der bezüge. ihr berater dort bestellte sie alle 2-3 wochen dorthin, sie achtete natürlich darauf, immer den spätestmöglichen termin zu bekommen. íhr wienwork reha-berater hatte nicht viel mehr ahnung über stellen als sie selber oder die ganz normalen ams berater. grundsätzlich empfand sie es als lästig, da viel öfter als zum ams berater hinzumüssen, einzig das gesprächsklima war empathischer. beklemmend war, dass der typ sie allwöchentlich eine geschlagene stunde 'zur rede stellte'. was auch immer die da redeten. ich weiss nicht was man eine ganze stunde reden kann, wenn der eh keine stellen hat. renate hat ihre suche weiterhin faktisch belegt, sodass ihr goodwill erkennbar war. sie dachte, auf die weise wäre sie vor bedrohlichen überweisungen zu unpassenden anstalten gefeit, falsch gedacht.
nicht nur wurde renate hinter ihrem rücken vom berater zu einer beraterin weitergereicht, nein von jener unbekannten beraterin hat die renate auch gleich sehr abstruse zuweisungen per Rsa (!) bekommen. auf nachfrage erfuhr renate, dass dies nichts mit dem söb wienwork zu tun hätte. eine größere verarschung hat renate vor und nachher nimmer erlebt. scheinbar ausgelagert werden und dann zuweisungen einstecken, von einer unbekannten: zuweisungen die ihr weder erklärt noch irgendwie sonst nahegebracht werden. alles was indes ihr wienwork coach ihr zuzustecken wusste, war die stellenanzeigen website einer non-profit-organisation, welche eine bestrebung hat, die mit renates intentional-innerer einstellung kontrovers geht. diese warmherzig einfältigen tipps mit ihren eigenen initiativbewerbungen zu übertünchen war schon fast ein krampf. renate hat persönliche gründe gehabt, sich in hier nicht näher angeführter NPO nicht zu bewerben.
SÖB wienwork ist eine sinnlose betrugsstätte, dich in infamer geschütztheit wiegend, jedoch trügerisch!

 

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