vielleicht hat der zweite herr, von dem ich einen mündlichen erfahrungsbericht einholen konnte, die anstalt in einer schlechten phase erwischt. fazit war, er MUSSTE die behandlung dort abbrechen und sich im zuge seines darauffolgenden wochenlangen krankenstands für fast ein jahr in psychotherapeutische behandlung begeben. da er es vorzieht, anonym zu bleiben, will ich den spezi hier einfach nur beim vornamen nennen. es ist der hugo.
der titel, den das spezialhirnwaschprogramm dort hatte, schimpfte sich sowas wie 'motivationsbörse mit arbeitspraktikum'. am ende eines schönen sommers wurden 30-40 betroffenen zum sammeltermin hinzitiert. vorhergehende einzelgespräche hat es nicht gegeben, wohl jedoch hatte der hugo zuvor von seiner ams-betreuerin die erklärung dieses waschprogramms mündlich erhalten. dass hugo, ohne eine bezugssperre / bezugsaufhebung nicht um diesen zwangstermin herumkommen konnte, das war IHM klar, das ist wohl allen klar, die in diese situation kommen. es wehrt sich sichtlich auch keiner der armen ausgelieferten würschtln, weil es ist doch in der regel so, dass das scheiß notstandshilfe geld, oder im entsprechungsfall 'die arbeitslose' eben nolens volens die existenzgrundlage ist, und die gefährdet man nicht, wenn man wie jeder mensch periodisch zahlungen wie miete, gas strom, telefon, alimente, schulden oder eine gschissane pensionsvorsorge, die man eh nie wieder sieht.
weiter jedoch im thema. am ende eines lapidaren einführungsvortrages werden die würschtln in gruppen zerteilt. hugo konnte sich eine gruppe aussuchen, und da er mit gruppen eh laufend probleme hat, nahm er sich eine kleine. es war noch nicht ersichtlich, dass die kleine gruppe eine schwerst inkompetente, im deutschen nicht flüssige, trainerin hatte. im nachhinein hat hugo dann aus dritter hand erfahren, dass trainer/innen in derartigen anstalten selber auf freier-dienstvertrag arbeiten, selber also zb keine arbeitslosenabsicherung haben. diese deren verträge sind auf 6 monate befristet. da gehen sich 2 kurse aus. vermittelt der/die trainer-in nicht genug von den würschtln, fliegt der trainer selber raus.
dementsprechend war der druck.
wöchentlich hat der hugo ein einzelgespräch bekommen. vier wochen hielt er dies durch, dann klappte er eines schönen vormittags physisch und psychisch zusammen. die trainerin ('die deppate futtn', wie er klagte) habe ihn gegängelt, sagte er mir später in einer schwachen stund. sie landeten beim supervisor, sandten ihn zum psychosozialen dienst und von dort gleich weiter in die therapie. seither hat der hugo, armer tropf, wegen die gschissanen antidepressiva sicher schon 10-15 kg zugenommen. na jedenfalls konnte hugo mir aber dank seiner vier wochen dort das programm erklären, was sie mit dir vorhaben, die schweine.
prinzipiell läufts so ab. du bist 8 wochen je 30 wochenstunden (de facto warens dann eh 28 gewesen) mit den andren würschtln zusammengesperrt, mit dem üblichen freien programm, vor den komputer huckn und a hacken suchen. vorteil bei dieser maßnahme (MASSNAHME=man BLIEB ams-patient) war dass man ein praktikum suchen konnte/musste, dass man schnuppertage anbieten konnte. 4 wochen praktikum ist nach den 8 wochen verpflichtet. findst dir selber keins, suchens die schweine für dich. schnuppertage sonst anzubieten verlangt canossagänge aufs ams und riskiert andrenfalls illegalität wegen fehlender anmeldung (arbeitnehmer MUSS schon am 1. tag angemeldet werden).
was den hugo allem voran deprimierte, waren die parallelberichte der andren würschtln dort, da gabs krasse fälle von zwang-zur-schwarzarbeit, das würde ganze bände füllen. selber mäandert der fette halbert therapierte hugo nun zwischen pensionsansuchen und 'arbeitslose'.
ergänzung: das schlüsselband
http://ist.twoday.net/stories/2558440
der titel, den das spezialhirnwaschprogramm dort hatte, schimpfte sich sowas wie 'motivationsbörse mit arbeitspraktikum'. am ende eines schönen sommers wurden 30-40 betroffenen zum sammeltermin hinzitiert. vorhergehende einzelgespräche hat es nicht gegeben, wohl jedoch hatte der hugo zuvor von seiner ams-betreuerin die erklärung dieses waschprogramms mündlich erhalten. dass hugo, ohne eine bezugssperre / bezugsaufhebung nicht um diesen zwangstermin herumkommen konnte, das war IHM klar, das ist wohl allen klar, die in diese situation kommen. es wehrt sich sichtlich auch keiner der armen ausgelieferten würschtln, weil es ist doch in der regel so, dass das scheiß notstandshilfe geld, oder im entsprechungsfall 'die arbeitslose' eben nolens volens die existenzgrundlage ist, und die gefährdet man nicht, wenn man wie jeder mensch periodisch zahlungen wie miete, gas strom, telefon, alimente, schulden oder eine gschissane pensionsvorsorge, die man eh nie wieder sieht.
weiter jedoch im thema. am ende eines lapidaren einführungsvortrages werden die würschtln in gruppen zerteilt. hugo konnte sich eine gruppe aussuchen, und da er mit gruppen eh laufend probleme hat, nahm er sich eine kleine. es war noch nicht ersichtlich, dass die kleine gruppe eine schwerst inkompetente, im deutschen nicht flüssige, trainerin hatte. im nachhinein hat hugo dann aus dritter hand erfahren, dass trainer/innen in derartigen anstalten selber auf freier-dienstvertrag arbeiten, selber also zb keine arbeitslosenabsicherung haben. diese deren verträge sind auf 6 monate befristet. da gehen sich 2 kurse aus. vermittelt der/die trainer-in nicht genug von den würschtln, fliegt der trainer selber raus.
dementsprechend war der druck.
wöchentlich hat der hugo ein einzelgespräch bekommen. vier wochen hielt er dies durch, dann klappte er eines schönen vormittags physisch und psychisch zusammen. die trainerin ('die deppate futtn', wie er klagte) habe ihn gegängelt, sagte er mir später in einer schwachen stund. sie landeten beim supervisor, sandten ihn zum psychosozialen dienst und von dort gleich weiter in die therapie. seither hat der hugo, armer tropf, wegen die gschissanen antidepressiva sicher schon 10-15 kg zugenommen. na jedenfalls konnte hugo mir aber dank seiner vier wochen dort das programm erklären, was sie mit dir vorhaben, die schweine.
prinzipiell läufts so ab. du bist 8 wochen je 30 wochenstunden (de facto warens dann eh 28 gewesen) mit den andren würschtln zusammengesperrt, mit dem üblichen freien programm, vor den komputer huckn und a hacken suchen. vorteil bei dieser maßnahme (MASSNAHME=man BLIEB ams-patient) war dass man ein praktikum suchen konnte/musste, dass man schnuppertage anbieten konnte. 4 wochen praktikum ist nach den 8 wochen verpflichtet. findst dir selber keins, suchens die schweine für dich. schnuppertage sonst anzubieten verlangt canossagänge aufs ams und riskiert andrenfalls illegalität wegen fehlender anmeldung (arbeitnehmer MUSS schon am 1. tag angemeldet werden).
was den hugo allem voran deprimierte, waren die parallelberichte der andren würschtln dort, da gabs krasse fälle von zwang-zur-schwarzarbeit, das würde ganze bände füllen. selber mäandert der fette halbert therapierte hugo nun zwischen pensionsansuchen und 'arbeitslose'.
ergänzung: das schlüsselband
http://ist.twoday.net/stories/2558440
Bin - am Freitag, 18. August 2006, 15:46 - Rubrik: Motivationslager
Addis (Gast) meinte am 26. Aug, 18:54:
Die Berater
Auch ich habe zu den Beratern müssen, allerdings habe ich ein Einzelcoaching bekommen, was im wesentlichen nicht besser ist. Schon bei meinem ersten besuch habe ich gemwerkt wohin der Hase läuft. Das Programm "Die Berater" ist eine freiwillige Maßnahme, kann somit zu keiner Sanktion vom AMS führen, was der Berater natürlich nicht gesagt hat, sonder, nachdem er mir einen Vertrag vorgelegt hat, den ich zuerst nicht unterschrieben habe, hat er gemeint, wenn ich nicht unterschreiben dann läßt er mir meinen Bezug sperren. Da habe ich sofort gewußt was da los ist und was da auf mich zukommt. Wir sind jetzt in der Hälfte angekommen und alles was bei diesem Einzelcouching herausgekommen ist - ich soll doch zu einem sozialökonmischen Betrieb gehen, also trenwerk oder ähnlichem. Es ist schon traurig wie das AMS arbeitet und arbeiten lässt. Da werden kaufend Gesetzte gebrochen, der Arbeitslose bedroht, nur um den profit von "Die Berater" nicht zu gefährden!
Bin meinte am 26. Aug, 19:54:
liebe/r addis
ich habe anfang 2003 selber schon recherchiert und eine dame gefunden, welche ebenfalls ein einzelcoaching bekam. dieses coaching war damals noch sanft, aber die sanften coachings führen zu nichts. weniger als die hardcore coachings. dieser druck, zu einem SÖB zu gehen (so heissen die sozi-öko), der ist mir neu - wenn er seitens die-berater kommt.der hugo war so ungefähr vor einem jahr dort. doch auch damals im gruppencoaching, da war zumindest sein arbeitslosen bezug nicht gefährdet. anders ist es wenn du in einem söb bist, wo du vermittelt wirst (was angeblich der rechtl. grundlage entbehrt) - da stufen sie dich automatisch auf den kollektivvertrag runter. das heisst, wenn du die 700 euro netto wirklich dringend brauchst, dann ists nix andres als dass du dich 38,5 stunden entweder von denen einsperren lassen musst oder verleihen lassen musst. WO du dann zum hackeln tatsächlich hinfährst, das kommt ganz auf dein verhältnis zum jeweilig zugeordneten coach an. und da gibts schweine drunter, daran besteht überhaupt kein zweifel. wenn du im SÖB landest, lern auf jedenfall dezidiert zu vermitteln WAS du willst und was du nicht KANNST. aus welchen gründen auch immer. würde mich freuen weiter mit dir über dieses log zu kommunizieren um zu wissen wie du weiter tust. geh nicht auf den druck deines die-berater coaches ein, wegen dem söb. ich rat dir, weich dem irgendwie aus und bieg das verpisste einzelcoaching runter, dann hast wieder 4-8 monat a rua!
addis (Gast) antwortete am 29. Aug, 07:29:
Die Berater
Für alle die es interessiert. Ich habe folgendes vom AMS erhalten:„In dem von Ihnen zitierten Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes Zl. 2004/08/0208 geht es um die Frage, ob die Gewährung einer Beihilfe nach den §§ 34 und 35 AlVG eine Zuweisung im Sinne des § 9 AlVG darstellt und daher grundsätzlich eine Sanktion nach § 10 AlVG verhängt werden kann. Diese Frage wurde vom Verwaltungsgerichtshof verneint und der auf § 10 AlVG gestützte Ausschlussbescheid
aufgehoben. Ihnen wurde auf Kurskostenbasis ein Einzelcoaching bei "Die Berater" angeboten. Die bescheidmäßige Verhängung einer Ausschlussfrist gem. § 10 AlVG wäre in diesem Zusammenhang trotz eines Nichtbesuches der Maßnahme nicht möglich. Nichtsdestotrotz erachtet das Arbeitsmarktservice Wien den Besuch des Einzelcoachings als sinnvolle Maßnahme im Hinblick auf eine Beendigung Ihrer Arbeitslosigkeit.“ (AMS)
Was nichts anderes bedeutet, als das dieses Einzelcoaching bei den „Die Berater“ auf einer freiwilligen Basis beruht. Weiters führt das AMS die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme an:
„Durch den Besuch der institutionalisierten Maßnahme "Einzelcoaching" sollten Anhaltspunkte für notwendige weitere Maßnahmen erarbeitet werden, um dem Ziel einer möglichst raschen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt näher zu kommen.“
Also, irgendwer bescheißt da ganz gewaltig. Wenn ich bei diesen Einzelcoaching einen Vorschlag mache, wird der sofort abgelehnt – zu alt, zu blöd. So wird es kaum möglich sein „notwendige weitere Maßnahmen“ zu erarbeiten, vor allem dann nicht, wenn der Coach sofort auf die sozialökonomischen Betriebe einschwenkt. Das ganze Einzelcoaching ist also für den Hund.
Bin antwortete am 29. Aug, 22:58:
JA ADDIS ES IST DE FACTO TATSÄCHLICH FÜR DEN HUND
aber addis, es ist alles für den hund was die tun, schlichtwegs alles.sei einfach froh dass du nur so ein sanftes einzelcoaching gekriegt hast: nach 6-allenfalls 10 wochen ists vorbei und lass den scheissberater von söbs faseln, wenn er selber dazu gecoached, dazu supervised wurde, von söbs zu faseln. söbs sind die größte verarschungsmaschinerie, seit es derlei zweifelhafte einrichtungen dafür gibt: du hast nur jenen blickpunkt dieses einzelcoaching zu beenden. es kann dir nichts anhaben, es kann auch deiner jobsuche nichts anhaben. die berater haben nämlich noch andre (gruppencoachings) im talon, die dich soweit psychisch fertig machen, dass du am ende tatsächlich mit deiner eigenen jobsuche nimmer klarkommst, die du ja hoffentlich die ganze zeit im sinn hattest!
ich habe hugo damals im interview gelocht: er hatte dem supervisor von die-berater gesagt, dass dieser unterschwellige druck ja zu nix führe, drauf sagt der supervisor von die-berater, druck erzeuge gegendruck. nur WIE dieser gegendruck am ende aussieht, das kann einfach zu nichts führen.
es hilft nur bei jenen, die denn allerletzten kleinen schubs in den arbeitsmarkt hinein brauchen. aber gerade DIESE leute sind zufällig auch mit jenen ident, welche scheinbar so sanfte amsler haben, die ihnen einfach nur halbjährlich ein teures kürs-chen in den A* hineinschieben. die schicken ihre klienten NIE in söb's hinein. fazit ist eben, gfickt werden immer die dummen.
noch bist kein dummer addis, noch hast du ein einfaches einzelcoaching, das auch deiner BMG bemessungsgrundlage nix anhat.