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Prekarität jenseits der Mindestsicherung

 
nun. wenn es mir gelingt mich nächste woche loszueisen bin ich vielleicht für eine weile aus dem schneider. in diesem kram-vertrag zwar bleibend, aber ein paar AAB's (arzt/amt/bewerbe) oder schlichter krankenstand werden mir das härteste ersparen.
gestern - dennoch - bin ich um einen spannenden tag umgefallen. das merkte ich heute nämlich. weil heute hatten wir (mehrere gruppen kumuliert) einen sowas von mordsbatzen trainer, der mich durchaus beeindruckt hat, doch es war vielleicht ja auch nur meine schwelende abschiedsstimmung. ich werd das werkel allenfalls mit packlschupfen schmeissen, anders komme ich da momentan nicht raus. um eine lange geschichte kurz zu machen: wir sitzen zwischen neun und elf mit knapp 40 leuten in einem damit angefüllten raum und haben eine 20minütige pause dazwischen. ich schäkere etwas rum mit den andren patienten, obwohl das üblicherweise so garnicht meine art ist. es ist aber so, dass ich noch möglichst viel erfahren will - und sei es auch nur, um es euch, armen zukünftigen itworksern und trendwerkern mitzuteilen. es ist ein buch, das sich ja speziell an jene lemminge richtet, die - wie ich auch - den kram einfach unterschrieben haben und ihn durchziehen. zwischen 11 uhr und unsrem jeweiligen dienstschluss (bei vollzeit freitags 15h) müssen/dürfen wir an den compis werken. ich erfahre, dass der raucherraum entsetzlich klein ist, jener der trainer aber darüber hinaus noch nicht mal ein fenster hat. ich erfahre, dass es spezifische technisch probleme mit den compis gibt.
compis: ich hab einfach keine lust. ich setze mich dazwischen irgendwo hin an einen freien tisch und lese meine krone. auf was hinauf denn auch? ich mein halt. warum soll ich, der ich das eh nicht ertragen kann, einem anderen einen compi platz wegschnappen, der das internet dort im trendwerk viel dringender braucht als ich selber. so asozial bin ich einfach nicht. ich sitz mitten im meer, im gewappneten heer der letzten und der arbeitslosen und betracht sie bei der suche. wenn mich einer anredet, dass er was braucht, helf ich kurz, halte mich aber darüber hinaus zurück. vor wem auch soll ich mich profilieren. ich soll hier sein, ja es ist ok. aber darüber hinaus warte ich nun einfach ob der schikanöse stierhals eines trainers oder das präpotente rockerl einer tusse ranwächst und mich anstänkert oder anspricht, warum ich mich nicht wie die andren brav um computerplätze rumwutzeln tu. he bitte auf was hinauf denn auch. heute um 17:40 frühestens schon bekommt man an ausgesuchten plätzen den samstags-kurier und der kurier ist kult. mehr brauch ich nicht.

bezüglich des sehr dankenswerten beitrags vom franz b.
http://ist.twoday.net/stories/2574032/#2575512
will ich auf 2 aspekte eingehen.
arbeitskräfteüberlassungen wie die hier schon mehrmalig erwähnten sind eine geldvernichtungsmaschine, die umgerechnet für jeden durchgeschleusten AL rund 5000 euro im jahr kostet. das erreicht knapp jenes geld, mit welchem der arbeitslose via NSH=notstandshilfe oder arbeitslosengeld ohnehin unterstützt wird.
ja, die motivationslager schaffen ja nicht mal für die trainer selber gesicherte arbeitsplätze! das sind werkverträge, und teils auch freie dienstverträge. wie ich bei die-berater erwähnte, wird gemunkelt, dass deren erhalt des freien DV von einer quasi-erfolgsquote abhängt. die einzigen, die wirklich gesicherte plätze durch sowas haben, sind die dort angestellten administrationskräfte und empfangsdamen. bei einer zahl von geschätzten 40 trainern schätze ich die zahl der fixen mäderln auf 5 (6), allerhöchstens!
das problem ist, wie wir beim öh-wu bericht sahen, dass die arbeit dort als so unproduktiv empfunden wird, dass die betroffenen patienten teils darum BITTEN, wenigstens parks aufkehren zu dürfen, anstatt künstlich verurasste gänge zu reinigen (sofern das räuberhaus-geschichterl da unten überhaupt auf real erlebten tatsachen basiert.)

QUALIFIZIERUNG UND IHR MISSBRAUCH
das ding mit der qualifizierung ist ein ganz großes geschäft mit viel viel spekulation, bakschisch zu den richtigen momenten. ich will nicht schmiergelder unterstellen, aber kontingente werden gekauft, teils wieder sinnlos an klienten verschleudert, während andre sich ihre NÖTIGEN kurse erstreiten müssen. in betracht müssen wir dennoch ziehen, dass es menschen gibt, die sich kaltlächelnd in einem zb creative-industries sektor ausbilden lassen, und mit dem damit beim wifi teuer erlernten wissen dann schwarz arbeiten gehen.
SCHWARZARBEIT ist ohnehin eines der zentralen reizthemen bei den amslern. da gehen sie wirklich heiss. und ich muss sagen, es macht auch mich heiss, als betroffenen. selber war (und bin evtl noch) ich glücklicherweise in einer branche, in der man der verpflichtung zur schwarzarbeit noch auskommen kann. im baugewerbe zum beispiel ist das nicht so. ein - sagen wir mal - kranführer findet bei einem möglichen chef NUR noch eine 'schwarz-anstellung'. andere leute nimmt der eben einfach nicht. weil ja ohnehin welche da sind, die es auch schwarz machen.
selbiges dilemma auch bei den unseligen freien dienstnehmern. solange es dieses vergackte unikum der freien DN gibt, werden die bosse sich dran gewöhnen und nach hire-and-fire anheuern oder aussehauen. risiko gehen sie keins ein dabei in der schönen neuen welt, die etwa ein schüssel sich so wünscht. eigentlich erinnert mich schüssel an bush, und ich weiß nicht so genau, warum.

microsoft kann lang seine berichte löschen, solang sie noch auf ots.at gespeichert sind.
den link des folgenden zitates findet ihr unter http://ist.twoday.net/stories/2550872
der Fr. B. hat ihn ausfindig gemacht und im soned forum verlinkt (soned.at). der absatz, welcher der hinterfragung würdig ist, lautet wie folgt!
3.250 arbeitssuchende Personen sollen heuer von den drei Wiener gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassern trendwerk/itworks/jobtransfair auf ein Beschäftigungs-verhältnis vorbereitet werden. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 1.780 Langzeitbeschäftigungslose, die von den Firmen betreut wurden. Weit mehr als die Hälfte dieser Personen konnten danach ein reguläres Dienstverhältnis aufnehmen. Trendwerk wird heuer die Zahl seiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 850 im Vorjahr auf 1.220 steigern. Die Förderung für Trendwerk durch das AMS Wien wurde von 4,6 auf 6,6 Mio. Euro erhöht.
von 1780 AL waren 850 beim trendwerk 2005
für 850 durchgeschleuste wurden 4,6mio € verkocht, was 63mio S sind, 74000 S pro AL.
von 3250 AL sind 1220 beim trendwerk 2006 wahljahr
für 1220 durchgeschleuste werden 6,6mio € verkocht, was 91mio S sind, 74500 S pro AL.
davon, sagt trendwerk, geht die hälfte nach 9 monaten mit einer hacke nachhause. sagt trendwerk. gehe ich aber von den abz-ergebnissen der renate aus: 20 frauen, 1 mit 1 fixem job nach einem jahr, so sehe ich bei der charakteristik der trendwerkbeschäftigung keine plausibilität dieser trendwerkeigenen angabe. nicht einmal die hälfte der durchgeschleusten armen schweine geht mit einer fixen hacke nachhause, die nachhaltig ist.
dafür stehe ich mit meinem namen.

heute ist das werkel am kollabieren. sie haben -zig (ich sage nicht WIE viel) AL zugewiesen bekommen. einfach so. obwohl die gesamte etage schon vorhin voller arbeitsloser war! man schickt uns mit einer arbeitsaufgabe nach hause und ich bin gespannt wie es morgen wird.
selber gehe ich sehr bald packl schupfen. es ist nicht so schlimm. mit einem med-labor bin ich hierfür in kontakt und kann dank führerschein für botenfahrten eingesetzt werden, fürs fahren reicht es also grade noch. momentan sehe ich einfach nur danach, hier hinaus zu kommen. eine andere möglichkeit rauszukommen, wäre, eine beendigung des probemonats zu riskieren. es ergibt sich schlichtwegs so, dass ich kaum noch in den trendwerk-werkshallen aufzufinden bin. für jeden, der momentan draußen unterkommt, bin ich jetzt froh.
daher also schreibe ich dies speziell für den steirabua, und ich schreibe es auch für jenen leser mitte 50, welchen ich in neubau amsand rein zufällig angetroffen habe. die leserfrequenz, das feedback, die anfragen beeindrucken mich. weil schließlich auch ich mit dem rsa brief fragwürdig vor dem internet saß und mir nicht anders zu helfen wusste, als schlicht und einfach eine suchmaschine anzuwerfen.
das tun die, die es können. und es tun nur in 2. linie betroffene - es tun in erster linie personen, welche beim computer nachfragen können. es tun die nicht, für die das internet bestenfalls in einem kaffeehaus erreichbar ist und selbst dann nur in eile für die allernotwendigste info, ohne zeit, ein ellenlanges tagebuch zu lesen.
die trendwerktage scheinen sich für mich fast schneller aufzulösen als mir lieb ist. fakt ist dennoch: ich bin immer noch im vertrag drinnen, die BMG/bemessungsgrundlage ist zerschossen. ok. lass sie doch schießen.
trendworktag 6+7 scheinen in diesem sinne die letzten zu sein, über welche ich rein chronologisch fasle. auszubauen gilt es viel eher die "Anekdoten": sie helfen allen beteiligten, sich auf einer plattform eine meinung zu bilden und als selbst-denkende und selbst-betroffene sinnvollere lösungsmöglichkeiten zum derzeitigen schulungsmaßnahmen-/ zwangsarbeitsmotivationslagerproblematik-dilemma eine konstruktive meinung zu bilden.

eines gilt es, speziell für nomenEtOmen klarzulegen: WIR sind nicht blöd. nicht allzublöd, also ich zumindest bin es nicht. ich werde nicht weigerungsmaßnahmen hier zusammentragen und öffentlich machen, weil dann der erste, der am drücker ist, es liest - das ams selber nämlich, und all die schweine, die jene texte anfertigen, die nicht anfechtbar sind. lassen wir sie sitzen auf ihren verflucht anfechtbaren betreuungsplänen.
wer also über die weigerungsmaßnahmen bescheid wissen will, möge dies im soned forum und gästebuch nachlesen, es wird sich gegebenenfalls auch der webmaster jener seite mit euch in verbindung setzen, sofern ihr im bundesland seid.

ein poster schreibt am forum der wirtschaftsuni folgenden eintrag, gefunden via simpler suchmaschinen-recherche märz 05
Ich bin SCHOCKIERT - Das AMS und Trendwerk sind Wahnsinnig:
Meine Freundin ist arbeitslos und war beim Personaldienstleister Trendwerk in einem sozio-ökonomischen Verein zur integration in den Arbeitsmarkt und zum finden einer "unterschwelligen" Arbeit die man unter Marktniveau für nur 850 Euro maximal ausübt. Es ist dort der TOTALE WAHNSINN WIE IN EINEM IRRENHAUS! Das zahlt natürlich das AMS aber offiziel ist man NICHT arbeitslos !!! Obwohl man in dern Schulung sitzt. Ist das nicht eine Beschönigung???
Für mich ist unvorstellbar, was da abläuft und noch ablaufen kann.
Natürlich haben in der Vergangenheit Unternehmen teilweise mit diesen kostenlosen Praktikumsplätzen auch schon Leute ausgebeutet, weil sie zu keinem Zeitpunkt vorhatten, wirklich jemanden einzustellen; aber nun wird das ja noch richtig unterstützt. Diese Praktikumsplätze sind natürlich nicht mit den Praktikumsplätzen zu verwechseln, die Studenten, bisherige Umschüler, teilweise Berufsanfänger gebraucht haben und auch in Zukunft noch brauchen.
Die ersten Tage waren rum. Die restlichen Tage sahen dann so aus, dass alle weiterhin in diesem Gebäude waren.
Nicht einmal etwas „sinnvolles“ durfte sie als überlassene Arbeitskraft tun. Der Tagesablauf sieht so aus, dass z.B. ein gelernter Maler, 54 Jahre (seit ca.2 Jahren und zum ersten mal arbeitslos), dort aufgestellte Wände streichen muss. Zuerst in weiss, dann in blau, immer so weiter, bis die Wand „kaputt“ gestrichen ist, dann wird sie entsorgt und eine neue aufgestellt. Daneben steht eine Wand, da muss einer, auch über 50 (seit ca. 3 Jahren arbeitslos, vorher nie), Fliesen dran kleben, die dann wieder abgehauen werden und dann wieder neue Fliesen dran. Wieder ein anderer muss eine Mauer mauern, die wird immer wieder, wenn eine gewisse Grösse erreicht ist, umgetreten wird, dann wieder aufgebaut.
Eine Ungelernte, hat Teppichreste bekommen und musste den ganzen Tag mit einem Teppichmesser Teile davon abschneiden und gleich in einen Müllsack schmeissen. Wenn Mensch nun denkt, dass sie das machen sollte, um zu lernen, wie man Teppichboden verlegt, oder die, die nicht streichen können, von dem Maler etwas lernen sollten... Nein, keiner sagt, ob richtig gestrichen, gemauert usw. wurde.
Sie haben auch „Putzfrauen“. Da haben sie welche aus der Gruppe genommen, die müssen immer wieder ein und denselben Flur putzen. Wenn er sauber ist, kommt eine fest angestellte Mitarbeiterin vom Trendwerk (AMS gefördert) mit einem Eimer voll „Schmierdreck“ und macht den Flur wieder dreckig. Und dann müssen sie wieder von vorne anfangen diesen Flur zu putzen, acht Stunden am Tag.
Schon am Donnerstag hat eine wissen wollen, wann sie denn nun endlich wirklich arbeiten können, denn das kann es wohl nicht sein und sie fühle sich, wie die anderen auch, völlig verarscht. Antwort vom Betreuer: Richtige Arbeit haben wir noch nicht für sie, da kommen demnächst Angebote und sie müssten die Leute nun eben einfach irgendwie beschäftigen, darum ist es völlig egal, was für Teppichstücke geschnitten werden, denn die kommen sowieso gleich auf den Müll.
Kamen Vorschläge, ob sie dann nicht wenigstens, wie eigentlich angekündigt, in ähh Mariahilfer Straße, Grünanlagen usw. sauber machen könnten, gerade jetzt mit dem ganzen Laub wäre doch da genug zu tun, oder im Altersheim, wo so ein Mangel besteht. Nein alles nicht möglich, bis auf weiteres haben sie jeden Tag da zu erscheinen und diese sinnlosen Arbeiten zu verrichten. Sie könnten sich aber ja alle um einen Praktikumsplatz bewerben und, noch besser, endlich sehen, dass sie selber Arbeit finden.
Die ersten haben schon Depressionen, weil sie da überhaupt nicht mit klar kommen, wie sie da behandelt werden und ich kann so einen Wahnsinn auch nicht nach vollziehen.
Einer, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat gesagt, so schlimm war es noch nicht mal im Gefängnis und da wusste er wenigstens, er hat „Mist“ gemacht und muss nun seine Strafe dafür absitzen. Das hat er gemacht und möchte nun arbeiten. Dass er nun schlimmer behandelt wird, das hätte er sich nicht vorgestellt.
SIEHT SO eine sinnvolle Beschäftigungstherapie aus? Was bringt das den Leuten????? NICHTS.
Kein Chef wird solche Leute je aufnehmen!

ich distanziere mich von diesem autorenfremden inhalt, zumal ich selber trendwerkpatient bin und mit trendwerk solidarisch auftrete, und ich gehe davon aus, dass der anonyme autor kein copyright darauf anmelden wird. hinzuzufügen ist der ordung halber, dass mir heute amsand versichert wurde, es sei vor 2 jahren bei trendwerk eben 'schlimmer' zugegangen. diese sachen - auch wenn nicht jeder vor gericht zieht - diese sachen sollen, um der würde des menschen genüge zu tun, auch posthum zur debatte gebracht werden. etwa wie jede frau, egal wie lange ihr missbrauch her ist, immer bei der notrufhilfe anrufen KANN.

auch heute ist der input für meinen tatsachenbericht nicht enden wollend. ich kann nur eine kleine begebenheit mitten vom tag herausgreifen. wir sitzen alle vor einem großen konferenzraum und warten. das warten ist die hauptangelegenheit da drinnen. es ist also keine rede mehr von gruppencoaching in einem eignen fixen raum, es besteht freies arbeiten (siehe motivationslager 3) während des ganzen tages. aber nicht mehr mit einer überschaubaren anzahl an AL (=arbeitslosen; neuer euphemismus im zusammenhang: beschäftigungslose (das sind AL, die schulungen hatten)). jetzt, entweder in der einschüchternden halle einen compi ergattern, oder sonstwo schauen, was was bringt.
und so sitzen wir da, in dem raum vor dem raum, welcher in ein großes zimmer führt. wir sitzen in diesem vorwarteraum wie in einem theater. denn wir bekommen da drinnen was vorgeführt. so theaterhaft werde ich das dort nie mehr wieder erleben. wir sehen eine dame an einem großen tisch sitzen, ihren rücken zu uns gewandt. im profil sehen wir ihren coach. der coach redet auf sie ein, alles geschieht in pantomime und gestik, denn wir erhalten keinen ton. endlich bricht einer von uns das beklommene schweigen. er meint 'der schüchtert sie voll ein' 'komisch die weint noch nicht'. 'das soll sie nicht, der soll nicht merken dass er sie einschüchtert' 'haben eh einen betriebsrat', 'I brauch KAN betriebsrat - i red für mi söwa!!'. ich: 'man sieht ja nicht ob sie schon weint', wir diskutieren ob da drin wer schreit. nein es schreit keiner. die sind dort so ausgebildet, dass nicht geschrien wird. es geschieht alles subtil. tja leider kommt irgendwann eine verlebte trainertusse und vereitelt uns den spass. sie schickt uns an die compis hopp-hopp jopp suchen. schade. diese vorführung, diese entwürdigung war wegweisend, sie war richtungsweisend. sie steht für alles da drin. den subtilen druck.
NEIN. ich will nicht sagen dass trendwerk terror macht. ich bin selber in der anstalt nun leidergottes patient, und ich empfinde solidarität zu dieser anstalt, die mich bis dato pfleglich behandelt. ich weiss nur ganz einfach eines: was wir hier hinter glas sahen, ist nur die spitze des eisberges. denn in wieviel vergleichbaren anstalten geschiehts hinter verschlossnen türen.
wann gibts den weissen ring der geknechteten, WANN die revolution.
ABENDS: bin ich Amsand. ich wollte schon lang mal hingehen, freue mich dass ich zu vielen der zitierten maßnahmen bereits einschlägige erfahrung beitragen kann und darf. wir haben ein zukünftiges abz opfer drin, ein paar itworks gschädigte und einige wenige zukünftige trendwerker und rinnen. mit diesen gehe ich zur einzelberatung, was an ätzes ausgetauscht wird, ist umfangreich - jedoch nicht gegenstand dieses tatsachen berichts, da für dies gilt was für trendwerk gilt: das gesagte bleibt im raum, auch Amsand.
es ist insgesamt faszinierend was dort abgeht. und ich habe morgen einen überaus anstrengenden tag, einen sogar mit 2 AAB's (arzt/amt/bewerbetermin/-en). was mir dennoch seither an geschichten einfällt, an begriffen für dieses log, abgesehen davon, was ich alles mitkritzelte, das ist einfach viel. zuviel für einen geplagten arbeitslosen.
einem arbeitslosen in der gruppe bin ich ein paar nächte schuldig. er hat hier hereingelesen und ich habe sie ihm dadurch geraubt. er hat erst für nächsten monat 'trendwerk', und ist jetzt sehr besorgt um alles, seine integrität und so. ich mein ich weiss obige gschicht ist bis jetzt die schrillste. doch: man kanns mit trainern auch spitze treffen, man kann sich mit manchen derer gar arrangieren irgendwie. immer vorausgesetzt, man sucht nachweisbar SELBER. damit steht und fällt halt die ganze geschichte.
EINS NOCH: wenn sie den versicherungsdatenauszug=VDA von dir verlangen: zeige ihn nur, kopier ihn nicht für sie. wenn sie ihn mit lebenslauf abgleichen wollen ok. aber du musst persönlich auf die gkk um das abzuholen. auf was hinauf also sollen deine wertvollen daten für immer in den fragwürdigen schubladen der berater, der ätzenden itser von itworks, der trendwerker - so gut sies auch meinen - rumkugeln. ich sehe das nicht ein. ich werde mich arrangieren, dass mein VDA immer bei mir bleibt und nur bei mir. das muss man verstehn. das is ka weigerung.
WEITERS: gedanken mach ich mir über umstände der transitkräfteüberlassung: in sachen urlaubstage, doch auch in sachen förderung. denn damit ködern wir sie ja, die begüterten herren in der wirtschaft was echt noch wen anstellen.

trendworktag5
auch heute ist der input für meinen tatsachenbericht nicht enden wollend. ich kann nur eine kleine begebenheit mitten vom tag herausgreifen. wir sitzen alle vor einem großen konferenzraum und warten. das warten ist die hauptangelegenheit da drinnen. es ist also keine rede mehr von gruppencoaching in einem eignen fixen raum, es besteht freies arbeiten (siehe motivationslager 3) während des ganzen tages. aber nicht mehr mit einer überschaubaren anzahl an AL (=arbeitslosen; neuer euphemismus im zusammenhang: beschäftigungslose (das sind AL, die schulungen hatten)). jetzt, entweder in der einschüchternden halle einen compi ergattern, oder sonstwo schauen, was was bringt.
und so sitzen wir da, in dem raum vor dem raum, welcher in ein großes zimmer führt. wir sitzen in diesem vorwarteraum wie in einem theater. denn wir bekommen da drinnen was vorgeführt. so theaterhaft werde ich das dort nie mehr wieder erleben. wir sehen eine dame an einem großen tisch sitzen, ihren rücken zu uns gewandt. im profil sehen wir ihren coach. der coach redet auf sie ein, alles geschieht in pantomime und gestik, denn wir erhalten keinen ton. endlich bricht einer von uns das beklommene schweigen. er meint 'der schüchtert sie voll ein' 'komisch die weint noch nicht'. 'das soll sie nicht, der soll nicht merken dass er sie einschüchtert' 'haben eh einen betriebsrat', 'I brauch KAN betriebsrat - i red für mi söwa!!'. ich: 'man sieht ja nicht ob sie schon weint', wir diskutieren ob da drin wer schreit. nein es schreit keiner. die sind dort so ausgebildet, dass nicht geschrien wird. es geschieht alles subtil. tja leider kommt irgendwann eine verlebte trainertusse und vereitelt uns den spass. sie schickt uns an die compis hopp-hopp jopp suchen. schade. diese vorführung, diese entwürdigung war wegweisend, sie war richtungsweisend. sie steht für alles da drin. den subtilen druck.
NEIN. ich will nicht sagen dass trendwerk terror macht. ich bin selber in der anstalt nun leidergottes patient, und ich empfinde solidarität zu dieser anstalt, die mich bis dato pfleglich behandelt. ich weiss nur ganz einfach eines: was wir hier hinter glas sahen, ist nur die spitze des eisberges. denn in wieviel vergleichbaren anstalten geschiehts hinter verschlossnen türen.
wann gibts den weissen ring der geknechteten, WANN die revolution.

weil die trendworktage schon jetzt beginnen, ein bissal eintönig zu werden, beschließe ich, euch mit anekdoten zu unterhalten.
diese anekdote hat mir der hugo verpasst. das ist der, den 'Die Berater' in die psychotherapie getrieben haben. schon ganz zu anfang ist ihm dort nämlich folgendes witziges aufgefallen.
im prinzip schauen die berater=trainer ja individuell genauso aus wie die arbeitslosen. man kennt da wirklich kaum einen unterschied raus. jetzt müssen sich die berater natürlich, damit sie sich von den arbeitslosen patienten unterscheiden, irgend ein emblem haben. ein kainsmal auf der stirn, tätowierung am unterarm, oder irgendwas sonst, was man halt sieht.
nun: dieses problem wurde bei 'Die Berater' wie folgt gelöst. jeder trainer von 'Die Berater' trägt wie ein tschuschianisches schlüsselkind ein schlüsselband um den hals. AHA. das sind also die vips, das sind die ganz wichtigen, DIE sind zu respektieren. ich habe dem hugo danach geraten, wenn er nicht eh schon so fertig gewesen wär, sich selber in einem zehnschilling shop so ein deppates bandl zu kaufen, umzuhängen, und präpotent als bebandeter berater da drin in cognito aufzufahren. diese schlüsselbänder an den präpotenten stierhälsen der berater und ihrer trainertussen erinnerten hugo in der verhältnismässig kurzen zeit, die er dort war, immer an wärter, die in zellen die häftlinge halten. aber ganz abgesehen davon: die häftlinge im landl habens in einser, zweier und 6-er zellen immer noch besser als die inhumane tierquälerisch anmutende massenhühnerhaltung in so manchen anstalten jener fragwürdigen gilde, die im vorliegenden tagwerk beleuchtet wird.

der wirtschaftsminister kam, sah den markt und schuf die arbeitslosen.
die arbeitslosen schrien nach ihrer eigenen verwaltung. und so sedierte er die masse der arbeitslosen und als diese dann tief ruhten, brach er aus ihnen die rippen. aus den rippen formte er dann das ams, trendwerk, itworks, context, manpower, trenkwalder, adecco, jobtransfair, wienwork, die-berater. und alle die jetzt da drin hocken, sind und waren ebenfalls arbeitslose. aber jetzt sind sie BESSERE arbeitslose! denn sie dürfen jenen korpus an arbeitslosen verwalten, erpressen, gängeln und einteilen, welche NICHT bestandteil jener rippen waren, aus welchen gott-warzenschwein die henker, blutrichter und verwalter der sklaven schuf.
reizworte im zusammenhang: hans harms, jobless growth, limits of growth, club of rome, kenneth j. galbraith.

dieser tag ist kurz. denn er ist den einzelgesprächen gewidmet. wir 23 maxln werden auf unsre 2 trainer aufgeteilt. jener trainer bei dem ich bin hat nur acht leute auf der liste. schon in den ersten tagen dezimiert sich die zahl sichtlich. aber WIE? chilenische desaparecidos kommen mir in den sinn. am gang sehe ich ein brausebad und entwickle assoziationen für geschichten hier, welche mich ins kittchen bringen könnten. schlicht ist mein schreibdrang über die zustände derart exorbitant, dass ich eh nicht alles hier einbauen kann. wer soll das am ende alles lesen? in erster linie werden es verursacher finden, die es interessiert: trainer und amsler. nur in 2. linie lesen die betroffnen patienten selbst hier rein. dass ich gegenüber meinen gruppenkollegen dieses protokoll verschweige, liegt klar auf der hand.
während wir einzeln unsre einzelgespräche abwarten, wird draussen ein bissl fachgesimpelt und geschäkert. ne tusse hat ne bsonders arge erfahrung auf lager: bezugssperre, weil sie gleichzeitig zu itworks und trendwerk geschickt worden war, itworks dann meldete das sie bei trendwerk anfangt. dann klarerweis nicht zu itworks zur vertragserpressung marschiert und jetzt plötzlich auf einer bezugssperre hockt. was zum endergebnis führt, dass ihr die ärsche von der berechnungsstelle jetzt auch noch für 3 tage im nachhinein - posthum sozusagen - das geld sperren wollen! sie sagt, dass sie aufs ams und zu den itworkern fährt und denen mal die ohren langzieht.
jetzt aber zum einzelgespräch. brav nehme ich mein mäppchen mit, und brav ziehe ich mich brav an, rasiert und gekampelt. es passiert aber nicht viel. ein bisserl datenabgleich. im prinzip nur administratives. WICHTIG: mir fehlt ein foto das ich auf den lebenslauf picken kann, sowas wird dort gemacht. ich muss zur krankenkasse, den versicherungsauszug holen, was ich in meinem leben je wo angmeldt ghacklt hab. super, das habe ich eh noch nie gesehen. bei der WgKK brauch ich dazu SV Nr oder e-card, und amtl ausweis!
was sie auch noch wollen, ist der letzte beweis des tagsatzes, das ist so ein wisch, den man ab und zu je nach laune mal vom ams/bundesrechenzentrum geschickt bekommt. der ist ganz ganz total wichtig. verschmeissts den bitte wirklich nicht, leute - und kopierts ihn euch! morgen werde ich mit dem ganzen kram antanzen. für den rest des tages lassen sie mich ziehen, ich bin halbtags. netto werde ich 440 heiße teuros am kontoauszug haben. vor diesem tag zittere ich jetzt schon. eine schublade hab ich bei mir eingerichtet, da kommen schon seit einigen wochen alle erlagscheine rein und werden alle mal ein paar wochen ignoriert. man kann sagen, sie reifen da drinnen in der lade wie guter käse und entwickeln sich dann und wann zu mahnungen. lustig. ich war nämlich eh noch nie in der situation.
der AAB: das ist ein arzt-, amts- oder bewerbetermin; dies kürzel werde ich vermutlich in der nächsten zeit noch brauchen.

 

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