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Prekarität jenseits der Mindestsicherung

 
(über)morgen kommt die antwort seitens G9. ich sollte da ja am montag schon gstellt sein. kann aber erst am dienstag nachmittag antreten - weil mir am dienstag vormittag doch noch ein gespräch reinkam! wenn G9 mir zusagt, sage ich: am dienstag habe ich ein anwaltsgespräch wegen einer familienverhandlung. am donnerstag nm. ein gespräch mit fam.-angehörige/n. am montag ist gerichtstag bis 11uhr. dass ich aber regulär am di. beginnen könnte - halt erst früher nachmittag. dies ist also abgedeckt. auch sonst geben sich nach meinem körperlichen zusammenbruch die termine wieder die klinke in die hand. jetzt mal alles frohgemut ablaufen lassen, alles abarbeiten und auf sich zukommen lassen. oberste prämisse ist - sich nie wieder in eine hölle wie den maulwurfverlag hineinreiten lassen.

vorab aber kurz zum status quo. nach dem G9 sind nun bereits 5 neue bewerbungen dazugekommen - bei 3-4 ist eine meldung möglich. i.e. einladung. nun aber zum rekapitulieren meiner ersten vier wochen nach dem letzten arbeitstag. im prinzip bin ich die ersten 3 wochen nur gelaufen. das ging so durch bis zum G9er gespräch (G7/G8 warn ja totalkatastrophen gewesen - nie mehr was ghört). ja und nach dem G9 kam ein zusammenbruch, anfangend mit enorm halsschmerzen, die sich dann in 2einhalb tägige migräne ausgeweitet haben. zum glück wurde es keine herkömmliche eitrige verkühlung. jedenfalls zitierte mich der körper zum zhaus bleiben. und so hatte das körperl. darniederliegen eine geistige katharsis zur folge. die wiederum gipfelte in rund 2stündigem deklamieren heutmorgen, was alles geschah. danach war mir leichter. gut, es hört keiner zu - jedoch ist das aussprechen der traumata haargenau das, wofür man viel beim therapeuten zahlt. ich hab das halt gratis und unter eigner anleitung gemacht. G9 steh ich völlig neutral gegenüber. beide exits sind gut - einzig die kontaktaufnahme und das gespräch waren so von einer andren welt. so anders als alles andre gewesen. so passend eben. daher täts mir weh - wenn..... (wenn nicht).

ja es war vorgestern. nach der talfahrt von G6 G7 G8 bin ich wieder zu einer hochform aufgelaufen und habe das perfekte gespräch hingelegt. so wie in G2 hat man mir so gut wie zugesichert, dass ich den job eigentlich schon habe, man aber noch die bewerbefrist abwarten müsse. des weiteren wärs gut wenn ich schon in 14 tagen am sesserl hocken würde. bringt mich zwar ein klein wenig in bedrängnis, aber ich wahrte mein pokerface. wie schon G8, so ist G9 ein job den ich unbedingt will weil er wie ein handschuh auf mich passt. aber ich bin von G2 traumatisiert. der romanistikmagister, der jetzt meine stelle hat, sitzt schon am stockerl und wurde von mir bereits eingehend inklusive familienleben durchrecherchiert. soll ich jetzt seine kinder entführen gehen? hähä. eh nur spaßfrage. naja, was G9 betrifft - ich unterliege dem verfolgungswahn, dass die im ihnen gut bekannten verlag (meiner ehem. leidensstätte) anrufen und referenz fragen: damit wäre ich dann total geliefert. ich würde einfach wieder von vorne anfangen müssen. lichtblick, referenz und orientierungspunkt wird in 6 tagen mein einzel-coachinggespräch sein. des weiteren haben wir mittwoch und meine zwei bewerbungen für diese woche sind noch total offen. immerhin habe ich mich zwischenzeitlich dran gewöhnt, dass ich nimmer auf einem bürocomputer, sondern nur am heim-pc arbeiten kann.

G6/G8 dürft ich mich derart unmöglich aufgführt haben, dass sich die sogar zu gut sind, mir den erlösenden gnadenschuss in form der absage zu erteilen. nein hängen lassen sie einen, sosehr wird man verachtet. G9 ist im anrollen, es findet morgen statt.
KILLERWALMETAPHER: 2 killerwale auf robbenjagd amüsieren sich ein bisschen. die robbe ist gefangen und bereits a gmahte wiesn. bevor sie aber endgültig stirbt, wird mit ihr noch ballschupfen gespielt. robbe also hin und her gschupft zwischen den 2 killerwalen. ungefähr so kann man sich das klassische bewerbungsgespräch vorstellen, das noch während des laufens eh schon verbockt ist. die recruiter amüsieren sich mittels kompromittierender nachbohr-fragen noch ein wenig mit dem müßigen kandidaten, um ihn letztendlich wochenlang im unklaren drüber zu lassen, was aus der bewerbung wurde oder wie's feedback drauf verlief. ABSAGE IST HOLSCHULD.
BROTMETAPHER! der kandidat ist, solang er noch in der vorigen beschäftigung steht, ein laib brot um 5 min vor 6 uhr. um 6h ist dann ende des beschäftigungsverhältnisses. schon 5 min nach 6 uhr kräht kein hahn mehr nach dem kandidaten, der ab nun ams-patient ist. damit ist er nur noch zu entsorgendes menschenmaterial. für den arbeitsmarkt in keinerlei hinsicht mehr von belang.

als ich mir die reaktion aufs zweitgespräch G6 online abholen wollte, hielt ich die absage zu G7 in meinen virtuellen händen. meine schnitzer waren auch zu gravierend gewesen, als dass ich die ersehnte zweiteinladung in den dreiervorschlag erhalten hätte. G1-G5 waren klassischen 1xEinladungen - nun sind wir mit G6 G7 G8 in einer Phase der Zweitrunden. G6 hat mir gestern eine solche offeriert. Einziger Labsus war, dass die Frisur nicht saß. Zusätzlicher Labsus, dass ich ein früheres Dienstverhältnis als befristet angegeben hatte, wiewohl es einvernehmliche Lösung gewesen war (beim Schwindeln also erwischt). Klassische Probleme eines Jobhoppers also. Wie auch soll ich rechtfertigen, dass ich die Situation des dissenden Zerriebenwerdens zwischen cholerischem Geschäftsführer und seiner despotischen Adjudantin einfach nicht mehr als tragbar empfunden habe. Kein recruiter auf der welt wird dafür verständnis aufbringen. ist man 1x in der hölle gelandet, ist man für ewig gebrandmarkt. einzig ein paar job-hoppings kann man darüber legen, damit die grausliche erfahrung dazwischen erblasst. man hat gewerkt und ist gebrandmarkt. ach wäre man doch arbeitslos geblieben. dann hätte man jetzt die reinste weste, die ein mensch sich nur vorstellen kann. aber mit dem kainsmal der schlechten arbeitserfahrung gilt man für immer als schwierig und ist damit so gut wie total unvermittelbar. mental versuche ich mich dahingehend zu coachen, dass ich im kopf den worstcase akzeptieren lerne: aus der zweitrunde G6 ist wohl nix geworden. denn im positiven fall wär ich schon angerufen worden. so aber lassen sie mich deppat sterben. freilich auch eine verbreitete form, mit verzweifelten jobsuchern umzuspringen. sind ja eh nur müll. kann man eh treten, verhöhnen, anspucken.

 

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